Hexensabbat (Verfallstag): Definition & Termine

Viermal im Jahr verfallen Futures und Optionen gleichzeitig. Was am großen Verfallstag passiert, warum Kurse verrückt spielen und wann die Termine anstehen.

Hexensabbat (Verfallstag): Definition & Termine

Der Hexensabbat, im Fachjargon auch als großer Verfallstag bezeichnet, gehört zu den wichtigsten Terminen im Finanzkalender. An diesem Tag laufen bestimmte Terminkontrakte an den weltweit größten Terminbörsen (wie der Eurex in Europa oder der CBOE in den USA) gleichzeitig ab. Dies führt regelmäßig zu außergewöhnlichen Handelsaktivitäten und erhöhtem Informationsbedarf bei Marktteilnehmern.

Was ist der Hexensabbat?

Der Begriff beschreibt den gleichzeitigen Verfall von drei verschiedenen Arten von Derivaten. Man spricht daher auch vom „dreifachen Hexensabbat“ (engl. Triple Witching). An diesem Tag verfallen:

  • Index-Futures (Terminkontrakte auf Aktienindizes wie den DAX oder S&P 500)
  • Index-Optionen (Kauf- und Verkaufsoptionen auf Indizes)
  • Aktienoptionen (Optionen auf einzelne Aktientitel)

Die Termine: Wann findet der Verfallstag statt?

Der große Verfallstag folgt einem strengen Rhythmus. Er findet viermal im Jahr statt, jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Die genauen Uhrzeiten der Abrechnung (Settlement) variieren je nach Börsenplatz und Anlageklasse. An der europäischen Terminbörse Eurex verfallen die Index-Derivate meist mittags (z. B. DAX-Optionen um 13:00 Uhr), während Aktienoptionen zum Handelsschluss abgerechnet werden.

Kleiner vs. großer Verfallstag

Vom großen Verfallstag ist der kleine Verfallstag abzugrenzen. Dieser findet an jedem dritten Freitag der übrigen acht Monate statt. An diesen Terminen verfallen lediglich monatliche Optionen auf Aktien und Indizes, nicht jedoch die volumenschweren Futures. Die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt sind beim kleinen Verfallstag daher deutlich geringer.

Typische Effekte an den Märkten

Das Phänomen des Hexensabbats löst an den Börsen spezifische, technisch bedingte Effekte aus:

  • Erhöhte Volatilität und Volumen: Große institutionelle Anleger wie Fondsmanager und Market Maker müssen ihre Positionen glattstellen, physisch abrechnen oder in den nächsten Kontrakt übertragen („rollen“). Dies führt zu sprunghaft ansteigenden Handelsvolumen und teils erratischen Kursbewegungen.
  • Kurs-Pinning: Häufig ist zu beobachten, dass sich Aktienkurse kurz vor dem Verfall an bestimmten Ausübungspreisen (Strikes) von Optionen einpendeln. Große Marktteilnehmer versuchen, den Kurs des Basiswerts gezielt zu beeinflussen, damit Optionen für sie profitabel verfallen oder wertlos verstreichen. Die Kurse werden quasi an diese Abrechnungspreise „gepinnt“.

Einordnung für langfristige Anleger

Für langfristig orientierte Investoren ist das Spektakel rund um den Hexensabbat in erster Linie als kurzfristiges Rauschen einzustufen. Die extremen Preisschwankungen und das hohe Handelsvolumen an diesem Tag basieren auf rein technischen Umschichtungen von Derivate-Händlern und spiegeln keine fundamentalen Veränderungen der Wirtschaft oder der Unternehmen wider. Langfristige Anleger können diesen Tag daher in der Regel ignorieren und sollten sich von kurzfristigen Kurskapriolen nicht verunsichern lassen.

Verwandte Begriffe

Diesen Beitrag zitieren

Quartalszahlen.info: „Hexensabbat (Verfallstag): Definition & Termine“. Abgerufen am 27. August 2026. https://quartalszahlen.info/lexicon/verfallstag-hexensabbat

Diese Definition einbetten

Erklärst du diesen Begriff in einem Blogartikel oder Forum? Bette diese Karte ein.