DAX Index-Überprüfung: Wann Aktien auf- und absteigen

Regelmäßig wird geprüft wer in DAX, MDAX & SDAX gehört. Wie die Index-Überprüfung funktioniert, welche Kriterien gelten und warum Kurse darauf reagieren.

DAX Index-Überprüfung: Wann Aktien auf- und absteigen

Die Index-Überprüfung im DAX ist ein zentrales Ereignis im Finanzkalender der deutschen Börsenlandschaft. Sie bezeichnet die regelmäßige Kontrolle und Anpassung der Zusammensetzung des deutschen Leitindexes durch die Deutsche Börse AG (administriert durch deren Tochtergesellschaften STOXX und ISS). Ziel dieser Überprüfung ist es, sicherzustellen, dass der DAX stets die 40 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes repräsentiert.

Kriterien für den Auf- und Abstieg

Für die Aufnahme in den DAX sowie den Verbleib im Index müssen Unternehmen strenge quantitative und qualitative Kriterien erfüllen:

  • Marktkapitalisierung des Streubesitzes: Dies ist das Hauptkriterium. Es wird nur der Wert der Aktien berücksichtigt, der frei an der Börse handelbar ist (Free-Float).
  • Mindestliquidität: Die Aktien müssen einen ausreichenden Handelsumsatz an der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra) aufweisen, um eine faire Preisbildung zu garantieren.
  • Profitabilitätsanforderung: Nach umfassenden Reformen müssen DAX-Kandidaten vor ihrer Aufnahme in den zwei vorangegangenen Geschäftsjahren ein positives EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ausgewiesen haben.

Reguläre Termine und Sonderregeln

Die ordentliche und umfassende Überprüfung des DAX findet einmal jährlich im September statt (sogenanntes "Regular Entry" und "Regular Exit").

Zusätzlich gibt es im März, Juni und Dezember vierteljährliche Überprüfungen. Hierbei greifen die sogenannten Fast-Entry- und Fast-Exit-Regeln. Diese ermöglichen es, besonders schnell gewachsene Unternehmen rasch in den Index aufzunehmen oder stark an Wert verlierende Konzerne zügig auszuschließen, um die Repräsentativität des Index zu wahren.

Kurseffekte: Die Rolle von ETFs und Indexfonds

Die Index-Überprüfung hat erhebliche Kurseffekte auf die betroffenen Aktien. Da weltweit Milliarden Euro in passiven Indexfonds (ETFs) angelegt sind, die den DAX exakt eins zu eins nachbilden, müssen die Fondsmanager bei jeder Änderung des Index ihre Portfolios umschichten.

Steigt eine Aktie neu in den DAX auf, müssen ETFs diese Aktie in großem Stil nachkaufen. Steigt eine Aktie ab, kommt es zu automatischen Verkäufen. Dies führt im Vorfeld und am Tag der tatsächlichen Umstellung regelmäßig zu einem stark erhöhten Handelsvolumen und Kursbewegungen bei den Auf- und Absteigern.

Bekannte Praxisbeispiele

In der Vergangenheit sorgten Indexanpassungen immer wieder für Aufsehen. Ein historisches Beispiel für einen Fast-Exit war der insolvente Zahlungsabwickler Wirecard im Jahr 2020. Zu den bekannteren Aufsteigern der jüngeren Geschichte gehören Unternehmen wie Siemens Energy, der Essenslieferdienst Delivery Hero oder die Commerzbank, die nach Jahren der Abwesenheit wieder den Sprung in die erste Börsenliga schaffte.

Fazit

Die DAX-Index-Überprüfung ist für Anleger ein wichtiges Instrument zur Marktbeobachtung. Die daraus resultierenden Kapitalströme von ETFs und institutionellen Investoren bieten sowohl Risiken als auch Chancen für gezielte Anlageentscheidungen.

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