WKN: Die deutsche Wertpapierkennnummer erklärt
Die Wertpapierkennnummer (WKN) ist eine sechsstellige, alphanumerische Kennung, die in Deutschland zur eindeutigen Identifikation von Finanzinstrumenten dient. Sie gehört zu den wichtigsten Stammdaten im deutschen Finanzsektor und erleichtert den Handel mit Aktien, Anleihen, Fonds und Derivaten erheblich.
Vergabe und Aufbau der WKN
Die Vergabe der WKN erfolgt offiziell durch den WM Datenservice (Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen). Bis zum Jahr 2003 bestand die WKN ausschließlich aus sechs Ziffern. Um der steigenden Anzahl an Finanzprodukten gerecht zu werden, wurde das System auf eine alphanumerische Kombination umgestellt. Seither können neben Zahlen auch Buchstaben (mit Ausnahme von "I" und "O", um Verwechslungen mit "1" und "0" zu vermeiden) enthalten sein.
Der Zusammenhang zwischen WKN und ISIN
Im Zuge der Internationalisierung der Finanzmärkte wurde die WKN weitgehend durch die internationale ISIN (International Securities Identification Number) ergänzt. Dennoch bleibt die WKN tief im deutschen System verwurzelt und ist direkt in die deutsche ISIN integriert.
Bei deutschen Wertpapieren ist der Zusammenhang wie folgt aufgebaut:
- Länderkürzel: "DE" für Deutschland
- Füllziffern: Drei Nullen ("000")
- WKN: Die sechsstellige deutsche Kennnummer
- Prüfziffer: Eine abschließende Kontrollziffer am Ende
Beispiel: Hat eine deutsche Aktie die WKN BAY001, so lautet die zugehörige ISIN stets DE000BAY001 plus die entsprechende Prüfziffer.
Unterschied zum Ticker-Symbol
Ein häufiges Missverständnis ist die Verwechslung der WKN mit dem Ticker-Symbol. Während die WKN das Wertpapier im deutschen Raum unabhängig vom Handelsplatz eindeutig identifiziert, ist das Ticker-Symbol (z. B. "BMW" für die BMW-Aktie) eine kurze Buchstabenkombination, die primär für Anzeigesysteme genutzt wird und je nach Börsenplatz (z. B. Xetra vs. New York) variieren kann.
Praxis: Verwendung in Ordermasken deutscher Broker
In der Praxis deutscher Banken und Online-Broker ist die WKN nach wie vor der Standard für die Wertpapiersuche. Bei der Eingabe in die Ordermaske ist die sechsstellige WKN oft schneller zu tippen als die zwölfstellige ISIN. Zudem schützt die exakte Eingabe der WKN zuverlässig vor Fehlkäufen, da Namensverwechslungen – beispielsweise zwischen Stamm- und Vorzugsaktien desselben Unternehmens – damit ausgeschlossen werden.
Zusammenfassung
Die WKN ist das bewährte Rückgrat der deutschen Wertpapieridentifikation. Trotz der Einführung der globalen ISIN bleibt sie aufgrund ihrer Kürze und Prägnanz im täglichen Handel für deutsche Privatanleger und Finanzinstitute ein unverzichtbares Werkzeug.