EBIT und EBITDA Unterschied: Definition & Formel einfach erklärt
In der fundamentalen Aktienanalyse sind EBIT und EBITDA zwei der am häufigsten genutzten Kennzahlen. Beide dienen dazu, die operative Ertragskraft eines Unternehmens unabhängig von seiner Kapitalstruktur und regionalen Steuergesetzen zu bewerten. Dennoch unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Punkt: der Berücksichtigung von Abschreibungen.
Definition: Was bedeuten EBIT und EBITDA?
- EBIT (Earnings Before Interest and Taxes): Diese Kennzahl beschreibt das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Das EBIT zeigt, wie viel ein Unternehmen mit seinem eigentlichen Geschäftsmodell verdient, bevor Finanzierungskosten und der Fiskus berücksichtigt werden.
- EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Das EBITDA geht einen Schritt weiter. Es klammert zusätzlich die Abschreibungen auf Sachanlagen (Depreciation) sowie auf immaterielle Vermögenswerte (Amortization) aus. Es spiegelt somit den reinen, operativen Zahlungsmittelzufluss wider.
Der "Wasserfall" der Gewinnermittlung
Der Weg vom Gesamtumsatz bis zum Nettoüberschuss lässt sich vereinfacht als Wasserfall-Rechnung darstellen. Jede Stufe zieht spezifische Kostenblöcke ab:
Umsatzerlöse
- Operative Aufwendungen (Material, Personal, Miete etc.)
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= EBITDA (Operatives Ergebnis vor Abschreibungen)
- Abschreibungen (auf Maschinen, Patente etc.)
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= EBIT (Operatives Ergebnis / Betriebsergebnis)
- Finanzergebnis (Zinsen) & Steuern
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= Jahresüberschuss (Netto-Gewinn)
Warum Tech-Firmen das EBITDA lieben
Besonders im Technologie- und Wachstumssektor wird das EBITDA bevorzugt in den Fokus gerückt. Junge Tech-Unternehmen investieren oft massiv in Software, Plattformen oder Serverinfrastrukturen. Diese Investitionen müssen über Jahre hinweg abgeschrieben werden, was das EBIT und den Nettogewinn stark belastet.
Durch die Nutzung des EBITDA können diese Firmen zeigen, dass ihr operatives Kerngeschäft bereits profitabel läuft, obwohl auf dem Papier durch die hohen, nicht zahlungswirksamen Abschreibungen noch Verluste ausgewiesen werden.
Warnhinweis: "EBITDA ist Bullshit"
Trotz seiner Beliebtheit ist das EBITDA bei Value-Investoren umstritten. Investorenlegende Warren Buffett kritisierte die Kennzahl scharf mit der Frage: „Glauben diese Manager etwa, dass die Zahnfee die Investitionen bezahlt?“
Das Risiko: Abschreibungen sind keine fiktiven Zahlen, sondern spiegeln den realen Wertverlust von Maschinen, Fuhrparks oder Software wider. Wer das EBITDA isoliert betrachtet, ignoriert, dass ein Unternehmen kontinuierlich Geld reinvestieren muss, um seine Substanz zu erhalten. Ein dauerhaft hohes EBITDA bei gleichzeitig negativem EBIT ist ein Warnsignal für einen massiven Investitionsbedarf.
Fazit für Anleger
Das EBITDA eignet sich hervorragend, um die kurzfristige operative Cash-Generierung und hochverschuldete Unternehmen miteinander zu vergleichen. Für eine langfristige, solide Unternehmensbewertung sollten Investoren jedoch das EBIT bevorzugen, da es die unumgänglichen Kosten für den Erhalt des Geschäftsbetriebs (Abschreibungen) nicht verschweigt.